Alles übers Tauchen...

...naja, sicher nicht alles. Doch zumindest alles Wichtige, das man wissen sollte, bevor man mit Kids tauchen geht... Hier wollen wir von unseren Erfahrungen als Eltern von tauchenden Kids und jungen Erwachsenen berichten.

 

Ab wieviel Jahren darf man Tauchen?

Einige Tauchverbände erlauben Tauchen ab 8 Jahren. Dabei ist die Sicherheit des Kindes das Wichtigste - es darf zuerst nur in einem Schwimmbad oder einem Pool und nur mit qualifizierten Ausbilder in geringer Tiefe getaucht werden. 

Wir persönlich sind allerdings fürsorgliche Eltern und finden, dass für uns 13 Jahre ein guter Einstieg ist. Jüngere Kids haben noch kein vollständig ausgebildetes Atemwegssystem und es besteht eine gewisse Gefahr, beim Auftauchen einen Lungenriss zu bekommen.

Bei manchen jüngeren Kids ist auch der Druckausgleich nicht oder nur beschränkt möglich. Jüngere Kinder mögen es auch einfach nicht, sich die Nase zuzuhalten und Luft durch die Ohren zu pusten.

Das kann man auch schon mal zu Hause üben. Das sogenannte VALSALVA-Manöver. Mund schließen, Nase zuhalten und dann die Luft sanft durch die Nase gegen den Widerstand drücken. Dann macht es Plopp im Ohr und der Weg ist frei. Das ist für Kids am Anfang vielleicht etwas unangenehm, aber mit der Zeit macht man das im Schlaf.

Ein gewisses Risiko, dass das Tauchen den Kids schlichtweg zu anstrengend ist oder einfach keinen Spaß macht, besteht natürlich. Und bevor man eine kostspielige Reise bucht, sollte man sich besser vorher ganz sicher sein, dass die Kinder auch wirklich gerne Tauchen möchten. Deswegen haben wir ja auch unsere Kinder schon hier in Deutschland auf ihren besonderen Wunsch zum Tauchkurs angemeldet.

Weiter unten findet Ihr mehr Informationen zum Tauchkurs.

Und dank des Tipps unserer Facebook-Gruppe"Erfahrungsaustausch Tauchen"  haben wir hier folgende Erklärung verlinkt:

 

Warum mit Kids tauchen?

Eine leicht zu beantwortende Frage: Weil es phantastisch ist! Wir waren zur Manta-Season auf den Malediven. Wenn man mit seinen Kindern mitten in einer Herde von Mantas taucht, wird man dieses gemeinsame Erlebnis nie wieder vergessen. Während eines unserer letzten Tauchgänge haben wir sogar Grauhaie gesehen - das lässt sich nur schwer toppen...

Zudem stärkt es das Gemeinschaftsgefühl, da man ja aufeinander angewiesen ist und im Buddysystem taucht. Das heißt, ein Erwachsener und ein Kid tauchen zusammen, checken vorher die Ausrüstung, ob alles richtig sitzt und angelegt ist, und bleibt die ganze Zeit auf Armlänge nebeneinander. So etwas schweißt zusammen...

Und wie immer gilt beim Tauchen, sowohl für Erwachsene wie auch für Kinder und Jugendliche, dass man nur Unterwasser geht, wenn man auch wirklich will, gesund und fit ist.


 

Die Tauchtauglichkeitsbescheinigung

Ohne die geht erst mal nichts. Denn einer der wichtigsten Fragen, bevor man anfängt lautet:

Ist man fit zum Gerätetauchen? 

Viele Hausärzte bieten einen Tauchtauglichkeit-Check an. Dabei wird unter anderem untersucht, ob die Ohren und Nebenhöhlen frei und zu einem Druckausgleich in der Lage sind. Sich selbst sollte man auch prüfen:

Ist man körperlich fit, weist man genügend Reife und Selbsteinschätzung auf?

Kann man auch mal die Luft anhalten? (Das haben wir mit den Kindern mal geübt - mindestens eine Minute nicht atmen ist schon mal nicht schlecht)

Neigt man zu Platzangst? Oder gerät man leicht in Panik? Dann sollte man es ganz langsam angehen.

Eine gute Tauchbasis nimmt einen in der Regel nur als Taucher an, wenn man über eine Tauchtauglichkeitsbescheinigung verfügt, die nicht älter als ein bis zwei Jahre ist. Bei unserem Hausarzt, der auch Sportmediziner ist, kostet so eine Bescheinigung 25 Euro. 

 

Tauchen will gelernt sein...

 

Das Tauchbrevet

Natürlich kann man an seinem Urlaubsort auch mal einen Schnuppertauchgang ohne machen, wenn man aber regelmäßig tauchen möchte, führt kein Weg dran vorbei: Um tauchen zu dürfen, muss man mal wieder die Schulbank drücken und sogar am Ende eine Prüfung bestehen.

 

Aber keine Sorge, auch wenn's manchmal physikalisch zugeht: sofern man die Übungen Ernst nimmt, gut lernt und sich fürs Tauchen qualifiziert, bekommt man das Brevet. Eine gewisse Anzahl von Theoriestunden, in denen einem das Grundwissen beigebracht wird und eine bestimmte Anzahl von Übungstauchgängen braucht man, und dann kann man Open Water Diver (OWD werden). Ein Schein, der zum Gerätetauchen legitimiert, aber keineswegs Erfahrung und Können ersetzt. Tauchen ist ein Sport, den man gewissenhaft ausüben sollte, der aber in fast jedem Fall große Freude bereiten kann.

 

In unserer Frechener Tauchschule ging's nach der Theorie ins dortige, vier Meter Tiefe Tauchbecken, wo Mary in aller Ruhe die Grundlagen mit den Schülern übt, und das so lange, bis man sich sicher fühlt und alles kann. Später geht man in einen See oder wie unsere Kinder, auch mal in einen Tauchturm, wie das Dive4Life in Siegburg. Ihr könnt mal nachschauen, wie so ein Tauchturm aussieht unter https://dive4life.de.

Am Ende der Taucherausbildung bekommt man ein Brevet des entsprechenden Tauchverbandes. Wir haben mittlerweile eine bunte Mischung aus PADI, SSI und CMAS. Da man uns auf den Malediven einen "Advanced open Water River" empfohlen hat (das war mit allen Tauchgängen zusammen tatsächlich günstiger, als wären wir ohne Kurs tauchen gegangen). Dazu bekommt man ein Logbuch, in das man alle Tauchgänge einträgt. Tiefe, Dauer, besondere Erlebnisse und Sichtungen, und lässt sich das vom Tauchbuddy abzeichnen und von der Tauchbasis dann abstempeln. Ein gut geführtes Logbuch gibt dann später einen Eindruck über die Erfahrungen des Tauchers. Außerdem erlaubt eine bestimmte Anzahl von Tauchgängen auch bestimmte fortgeschrittenere Tauchgänge. Aber davon (und auch übers Buddysystem) bald mehr an dieser Stelle.


Im Oktober bei 13 Grad kaltem Wasser am Widdauer See haben unsere Kinder tapfer den Open Water Diver absolviert! Den Nitrox-Schein haben wir alle vier vorher in einem Abendkurs absolviert. Unser Instructor Ralf hat uns die höhere Mathematik ganz lässig herunter gebrochen, quasi auf eine Formel ;-)

 

Natürlich stellt sich die Frage, warum Nitrox und was ist das überhaupt. Ganz kurz gesagt: in ein einem Tauchtank ist Luft. Die besteht unter anderem aus Sauerstoff und aus Stickstoff. Nitrox ist ein Luftgemisch, in dem etwas mehr Sauerstoff ist. Das trägt dazu bei, dass man langsamer Stickstoff im Blut anreichert. Und das heißt, man kann länger tauchen und ist nicht, wie sonst früher ohne Nitrox, so müde nach dem Tauchen. Allerdings braucht man dafür einen eigenen Schein.